Jahreshauptversammlung 2022

Nach dem pandemiebedingten Entfall der Jahreshauptversammlung 2021 konnten sich die Mitglieder der Kreisgruppe Amberg im Landesjagdverband Bayern am 27.04.2022 zur diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthof Am Kugelfang in Ammersricht treffen.

Die Versammlung wurde traditionell von der Bläsergruppe unter Leitung von Bläserobmann Hans Saller eröffnet. Für die verstorbenen Mitglieder der Kreisgruppe gaben die Jagdhornbläser die Signale „Jagd vorbei“ und „Halali“ zum Besten.

1. Vorsitzender Ruppert Schmid begrüßt die Ehrengäste stellvertretenden Landrat Franz Mädler, BJV-Ehrenbezirksvorsitzenden Dr. Günther Baumer und 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg Stefan Frank.

Stellvertretender Landrat Franz Mädler begrüßte die Jägerschaft und hielt sein Grußwort angesichts der straffen Tagesordnung kurz. Mit einem Augenzwinkern verwies er auf eine Parallele zwischen Jagd und Politik: beide würden hin und wieder Böcke schießen, wobei dies bei den Jägern wohl eher beabsichtigt sei als in der Politik.

1. Vorsitzender Ruppert Schmid eröffnet die Berichterstattung mit einem Rückblick auf die letzten beiden, durch die Pandemie geprägten, Vereinsjahre. Nachdem im ersten Jahr seiner Amtszeit viele Aktivitäten stattgefunden hatten, war die Vereinsarbeit in den vergangen beiden Jahren nur eingeschränkt möglich. Dennoch konnten alle wichtigen Funktionen während der Pandemie aufrechterhalten werden. Mit Genehmigung der unteren Jagdbehörde konnten sowohl der alljährliche Hundekurs als auch der notwendige Betrieb des Schießstands durchgeführt werden. Ruppert Schmid lobte die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Herrn Graml vom Landratsamt Amberg-Sulzbach.

Des Weiteren ging der 1. Vorsitzende auf die Situation im Dachverband ein. Dieser tritt nach den letzten Neuwahlen und vielen Personalwechseln in Feldkirchen momentan geschwächt auf. Im Hinblick auf einen in Brandenburg eingereichten Gesetzentwurf, der unser etabliertes und international als vorbildlich geltendes Reviersystem aushebeln könnte, verwies Ruppert Schmid auf die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Verbandsarbeit sowie der Geschlossenheit der Jägerschaft.

Abschließend bedankte sich der 1. Vorsitzende bei Jagdberater Ekkehard Zink, allen Obleuten, der Bläsergruppe sowie seinen Vorstandskollegen für das Engagement in der Kreisgruppe.

Im Anschluss wurden von 1. Schatzmeister Eduard Hierl die finanziellen Belange der Kreisgruppe für die beiden vergangenen Jahre dargelegt. Die Vorgaben der Haushaltspläne wurden jeweils erfüllt. Revisor Karl Fochtner berichtete von drei Kassenprüfungen, die er zusammen mit Johann Hierl in der Zeit seit der letzten Jahreshauptversammlung durchgeführt habe. Die Revisoren bescheinigten dem Schatzmeister eine übersichtliche und einwandfreie Kassenführung, so dass eine einstimmige Entlastung der Vorstandschaft verzeichnet werden konnte.

Der von Bläserobmann Johann Saller betreuten Bläsergruppe gehören derzeit 17 aktive Bläser an, davon zwölf Pless- und fünf Parforce-Hörner. Johann Saller berichtete von 31 und 28 Zusammenkünften der Bläsergruppe in den vergangenen beiden Jahren. Vor der Pandemie absolvierten die Bläser jährlich etwa die doppelte Anzahl an Terminen. Bei sieben Beerdigungen hat die Bläsergruppe ihren Waidkammeraden durch einen musikalischen Gruß die letzte Ehre erwiesen. Der Bläserobmann beklagte den mangelnden Bläser-Nachwuchs und gab bekannt, dass er selbst die Leitung als Bläserchorleiter abgibt. Johann Saller war selbst seit 1971 in der Bläsergruppe aktiv und seit 2010 Bläserobmann der Kreisgruppe. Ein Nachfolger soll bei der nächsten Zusammenkunft der Bläsergruppe bestimmt werden.

Hundeobfrau Ute Ehebauer berichtete von zwei erfolgreichen Kursjahren. 2020 konnten 26 Jagd- und Begleithunde ausgebildet werden (siehe auch die Berichte zur Begleithundeprüfung und Brauchbarkeitsprüfung 2020). Im Jahr 2021 nahmen 22 Hunde an den Hundeführerlehrgängen für Jagd- und Begleithunde teil. An der Brauchbarkeitsprüfung im vergangenen Oktober stellten sich 14 Jagdhunde den jagdlichen Herausforderungen. Fünf Gespanne erhielten die allgemeine Brauchbarkeit zur Nachsuche auf Niederwild und Schalenwild. Neun Gespanne erhielten die Brauchbarkeit zur Nachsuche auf Schalenwild (siehe auch den Bericht zu den Hundeführerlehrgängen für Jagd- und Begleithunde 2021). Ute Ehebauer wünschte allen Waidmannsheil zur bestandenen Prüfung und dankte Ihren Helfern Reinhold Galli, Johann Merz und Franz Ehebauer, ohne die die Hundeführerlehrgänge nicht in dieser perfekten Qualität möglich wären. Zudem hob die Hundeobfrau hervor, dass Revierförster Jürgen Färber von den bayerischen Staatsforsten einen Weiher für die Durchführung der Prüfung kostenlos zur Verfügung stellt. Der aktuelle Kurs hat am 25.03.2022 mit 17 Jagd- und acht Begleithunden begonnen.

Die anerkannten Nachsuchengespanne der Kreisgruppe mit Hundeführer Franz Ehebauer und Jürgen Batek führten 66 bzw. 48 Nachsuchen durch. Laut Ute Ehebauer entstehen viele der Nachsuchen durch nächtliche Pirsch auf Sauen sowie durch Bewegungsjagden.

Abschließend berichtet die Hundeobfrau von Plänen aus dem BJV-Präsidium, welche unter den Hundeleuten auf wenig Begeisterung stoßen würden. Präsident Ernst Weidenbusch plane eine Änderung der Brauchbarkeitsprüfung nach baden-württembergischen Vorbild. Hierzu sollen die „lebende Ente“, eine Stöberprüfung und die 1.000 m‑Suche mit 20 h Standzeit eingeführt werden. Einige Kollegen auf Bezirksebene hätten ihre Ämter auf Grund der geplanten Änderungen bereits aufgegeben. Auch unsere Hundeobfrau sieht die Pläne aus Feldkirchen kritisch.

Naturschutzbeauftragter Peter Fröhlich berichtet, dass der Bereich Öffentlichkeitsarbeit pandemiebedingt in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund gerückt sei. Jedoch gab es Vorgespräche mit den  Hirschwald-Indianern, die sich einmal pro Jahr einen Beitrag der Jägerschaft wünschen.

Als Träger öffentlicher Belange wird unsere Kreisgruppe regelmäßig um Stellungnahmen zu geplanten Solarparks und Bebauungsplänen gebeten. Eingezäunte Solarparks stufen wir ab einer Fläche von 10 ha als kritisch ein. Auch wenn der Zaun 15 cm vom Boden entfernt angebracht wird, sei die Fläche nicht mehr für Jagd und größere Tiere zugänglich. Eine Anlage mit 20 ha wurde daher abgelehnt. Allen anderen Anlagen wurde, zum Teil mit Auflagen, zugestimmt. Derzeit gibt es keine relevanten Planfeststellungen. Eine Initiative gegen die Westumfahrung von Theuern werde durch Herrn Mahal betreut.

Des Weiteren berichtete der Naturschutzbeauftragte von verschiedenen Themen der Wildlandstiftung. Auch hier gab es eine personelle Änderung in Feldkirchen. Anstelle von Hr. Imm steht nun Stephanie Weiler für die Belange der Wildlandstiftung zur Verfügung. Die Freudenberger Teiche werden gepflegt und seien jagdlich interessant. Hier sieht Peter Fröhlich eine Win-Win-Situation für Naturschutz, Jagd und Tiere. Eine Libellenkartierung des LBV habe beispielsweise zwölf Libellenarten an den Teichen nachweisen können. Eine weitere Maßnahme an einem Teich bei Immenstetten wurde im Januar genehmigt. Diese wäre als Ausgleichsmöglichkeit geeignet. Entsprechende Vorgespräche mit der Kommune hat es bereits gegeben. Der Naturschutzbeauftragte schließt seinen Bericht mit dem Wunsch, dass der Kreisgruppe wieder einmal eine Fläche für eine Naturschutzmaßnahme zugeteilt werden solle, ab.

1. Vorsitzender Ruppert Schmid betont, dass sich die Kreisgruppe seit Mitwirkung von Peter Fröhlich als Naturschutzverband deutlich profilieren konnte.

Schießobmann Karl-Heinz Beck berichtet von ca. 25 Personen, die den Schießstand in der Faatzen regelmäßig nutzen würden. Er appelliert an die anwesenden Jägerinnen und Jäger, das Angebot der Kreisgruppe reger zu nutzen. Der Schießstand könne zum Einschießen und Probeschießen ohne Leistungsdruck genutzt werden. Zudem könne jeder von seinem kostenlosen Service am Stand profitieren. Das Justieren der Waffe, Hinweise zur Schießtechnik oder kleinere Reparaturen könne er direkt vor Ort anbieten.

Karl-Heinz Beck bedankte sich bei Stefan Frank, dem 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg, für die Pflege des Standes sowie für die Erarbeitung des Hygienekonzeptes für den Schießbetrieb während der Corona-Beschränkungen. Er wies zudem darauf hin, dass die Mitglieder beider Kreisgruppen auch bei den Schießterminen der jeweils anderen Kreisgruppe herzlich willkommen sind. Des Weiteren  bedankte er sich bei Franz Erras, der den Schießhänger betreut, sowie bei Wolfram Seebauer und Eduard Hierl für die Unterstützung bei der Standaufsicht.

Dr. Günther Baumer, Kursleiter unseres Jagdkurses, pflichtet dem Schießobmann bezüglich der regelmäßigen Nutzung des Schießstandes bei. Schießausbildung sei Tierschutz ebenso wie eine gute Hundeausbildung.

Der Kursleiter berichtet von zwei Jagdkursen, die mit 17 und elf Teilnehmern unter Pandemiebedingungen abgehalten werden mussten. Dies erforderte von den Ausbildern viel Kreativität. Zum Teil musste jede Woche neu entschieden werden, wie und wo der Unterricht abgehalten werden solle. So fanden selbst im Dezember Kurseinheiten im Freien statt – mit Jagdbekleidung für die angehenden Jägerinnen und Jäger kein Problem. Zudem wurden einige Einheiten als Online-Unterricht durchgeführt. Dr. Günter Baumer lobte die Neuregelung, dass die Kursteilnehmer für die ersten beiden Jahre beitragsfrei in die Kreisgruppe aufgenommen werden.

Der Junge-Jäger-Beauftragte Andreas Geilersdörfer bildetet den Abschluss im Berichtswesen. Er dankte der Vorstandschaft für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit. Auch in seinem Bereich verliefen die letzten beiden Jahre pandemiebedingt etwas ruhiger. Dennoch konnten auch in der Coronazeit einige Aktivitäten stattfinden. Bei der Aktion Kids-for-Kitz konnte Andreas Geilersdörfer mit Schulkindern Scheuchen bauen und eine Kitzsuche mit den Kindern und ihren Eltern organisieren. Im Rahmen eines Grillkurses mit Punkrock BBQ konnte eine Gruppe aus Jägern und Nicht-Jägern verschiedenste Wildgerichte auf unterschiedlichen Grills zubereiten und anschließend verkosten. Zudem fanden jedes Jahr ein Junge-Jäger-Stammtisch und ein Besuch im Schießkino statt.

Für das laufende Jahr hat der Junge-Jäger-Beauftragte wieder einige Aktivitäten geplant. Zusammen mit Forstamtsleiter Martin Seits soll im Rahmen der Waldtage einer Amberger Schule mit den Kindern ein Verbissschutz aus Schafswolle an jungen Bäumen angebracht werden. Neben den jährlich stattfindenden Aktivitäten Stammtisch und Schießkino sind zwei bis drei Kurse zu den Themen Waffenreinigung, Zerwirken und Grillen/Kochen geplant. Zu allen Aktionen seien natürlich auch immer alle „alten Hasen“ sowie die Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg herzlich eingeladen.

Ruppert Schmid schloss den Berichtsblock mit dem Hinweis, dass wir stolz auf die vielfältigen Aktivitäten der Kreisgruppe sein können. Eine solche Bandbreite könne kaum ein anderer Verein bieten.

Nach der Bildung eines Wahlvorstands fanden die Neuwahlen der Vorstandschaft und der Revisoren statt. Ruppert Schmid wurde im Amt des 1. Vorsitzenden einstimmig bestätigt. Auch die weiteren Mitglieder der Vorstandschaft sowie die Revisoren wurden nahezu einstimmig gewählt. Die neue Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender:
2. Vorsitzender:
3. Vorsitzender:
1. Schatzmeister:
2. Schatzmeister:
1. Schriftführer:
2. Schriftführer:
Revisor:
Revisor:

Ruppert Schmid
Wolfram Seebauer
Andreas Geilersdörfer
Thomas Spieß
Manuela Weiß
Matthias Neugebauer
Peter Fröhlich
Elisabeth Geilersdörfer
Ludwig Kneißl

Die neue gewählte Vorstandschaft von links: 1. Vorsitzender Ruppert Schmid, 3. Vorsitzender Andreas Geilersdörfer, 1. Schatzmeister Thomas Spieß, 2. Schatzmeister Manuela Weiß, 1. Schriftführer Matthias Neugebauer, 2. Schriftführer Peter Fröhlich und die Revisoren Elisabeth Geilersdörfer und Ludwig Kneißl (nicht auf dem Bild 2. Vorsitzender Wolfram Seebauer)

Ruppert Schmid bedankte sich bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Eduard Hierl und Stefan Renner für die langjährige und gute Zusammenarbeit sowie das Engagement in der Kreisgruppe.

Anschließend holte der 1. Vorsitzende die Ehrungen für besondere Leistungen und Mitgliedsjubiläen nach, welche 2021 auf Grund der abgesagten Hubertusfeier nicht überbracht werden konnten. Traditionell beendeten die Jagdhornbläser mit dem Klang der Jagdhörner die Versammlung.